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Wenn Politik Existenzen am grünen Tisch zerstört – Ein offener Brief zur Führerscheinreform

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Sehr geehrte Damen und Herren der CDU,

ich wende mich heute mit einer Wut, einer tiefen Enttäuschung und einer existenziellen Verzweiflung an Sie, die kaum noch in Worte zu fassen ist – die jedoch dringend das Licht der Öffentlichkeit sucht. Durch die von Ihren Parteikollegen in Berlin maßgeblich vorangetriebene Führerscheinreform rund um die Herren Schnieder und Bilger wurde mir von heute auf morgen die wirtschaftliche Lebensgrundlage entzogen. Das Resultat Ihrer Politik: Die Kunden warten ab und bleiben weg, der Fahrschulmarkt bricht ein – und ich habe meinen Job als Fahrlehrer verloren.

Was mich dabei am meisten fassungslos macht und regelrecht anwidert: Ich habe Ihre Partei gewählt! Ich habe Ihnen mein Vertrauen und meine Stimme gegeben, weil ich an Ihr Versprechen geglaubt habe, dass sich Leistung in diesem Land wieder lohnen muss und der arbeitende Mittelstand geschützt wird. Und wie danken Sie es Ihren eigenen Wählern? Indem Sie genau den Ast absägen, auf dem Familien wie meine sitzen!

Lassen Sie sich meinen Werdegang bitte einmal vor Augen führen: Nachdem ich das Gymnasium damals vorzeitig mit dem Hauptschulabschluss verlassen musste, hatte ich es alles andere als leicht im Leben. Doch ich habe mich nicht aufgegeben, sondern mich aus eigener Kraft da herausgekämpft. Ich habe die Ärmel hochgekrempelt und eine anspruchsvolle Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker nicht etwa nur irgendwie absolviert, sondern mit gutem Erfolg bestanden. Doch da dieser Beruf heutzutage finanziell kaum noch etwas wert ist und man davon allein keine Familie mehr vernünftig ernähren kann, wollte ich mehr leisten und weiterkommen. Als der nächste Karriereschritt anstand, habe ich mich bewusst gegen den klassischen Kfz-Meister und voller Überzeugung für die Weiterbildung zum Fahrlehrer entschieden – eine Entscheidung für einen verantwortungsvollen Beruf, die mir heute, dank Ihnen und Ihrer Politik, zum Verhängnis wurde! Ich habe massiv Zeit, Geld und Herzblut investiert, um meiner Familie aus eigener Kraft ein ehrliches, unabhängiges Leben aufzubauen. Und was bleibt von diesem jahrelangen, harten Aufstieg nach Ihrer völlig realitätsfernen „Führerscheinreform“, die für massive Verunsicherung und ausbleibende Fahrschüler sorgt? Nichts. Ein Trümmerhaufen.

Und das Ganze passiert jetzt – unmittelbar vor der anstehenden Vorweihnachtszeit! Während in Ihren Parteibüros vermutlich schon die Weihnachtsfeiern geplant werden, stehe ich hier mit zwei kleinen Kindern, bin der alleinige Verdiener unserer Familie und blicke vor dem Fest in das absolute Nichts. Keine Perspektive, keine Abfederung, kein Plan. Stattdessen stehen wir vor der bitteren Frage: Sollen wir jetzt etwa unseren gesamten Besitz und alles, was wir uns über Jahre hinweg vom Mund abgespart und ehrlich erarbeitet haben, verkaufen und verlieren, nur um uns über Wasser zu halten?! Es herrscht die nackte Existenzangst, wie am Monatsende die laufenden Kosten, das Essen und geschweige denn ein halbwegs normales Weihnachtsfest für meine Kinder bezahlt werden sollen.

Das ist kein handwerklicher Fehler mehr, das ist Wählerverrat und die kaltblütige Zerstörung von Existenzen am grünen Tisch. Wer Reformen so übers Knie bricht, dass den Fahrschulen die Kunden wegbleiben und angestellte Familienväter kurz vor Weihnachten vor dem Verlust von Job und Hab und Gut stehen, tritt genau die Menschen mit Füßen, die sich alles hart erarbeitet haben und diesen Laden am Laufen halten. Und dann wundern Sie sich ernsthaft noch in Ihren Talkshows und Parteizentralen, warum den Menschen die Hutschnur platzt und am Ende nur noch Blau oder Rot gewählt wird?! Sie treiben Ihre eigenen, hart arbeitenden Wähler aus der Mitte der Gesellschaft mit genau dieser abgehobenen Politik doch selbst mit Vollgas dorthin!

Ich erwarte von Ihnen als den lokalen Repräsentanten dieser Partei, dass Sie sich nicht hinter Berlin verstecken, sondern sich dieser Verantwortung hier vor Ort stellen. Erklären Sie mir konkret, wie Sie gedenken, meine Familie und mich jetzt aufzufangen und welche Perspektive Sie einem ausgebildeten Fahrlehrer und ehemaligen CDU-Wähler bieten, dessen Berufszweig Ihre eigene Partei gerade gegen die Wand fährt!

Seien Sie sich eines gewiss: Ich werde nicht schweigend wieder zum Amt gehen, mein mühsam Erarbeitetes aufgeben und diesen Absturz im Stillen ertragen. Wenn hier von Ihrer Seite nicht umgehend aufgewacht und konkret geholfen wird, werde ich meine Geschichte mitsamt den politischen Verantwortlichen öffentlich machen. Die lokale Presse und regionale Medien warten gerade vor Weihnachten nur auf ein konkretes Gesicht vor Ort, das zeigt, wie die Politik von Schnieder, Bilger und der CDU ganz real die eigenen Wähler und Familien im Ruhrgebiet in den Ruin treibt.

Ich erwarte Ihre zeitnahe Rückmeldung mit handfesten Lösungsansätzen statt der üblichen hohlen Textbausteine.

Mit deutlichen Grüßen

— Ein ehemaliger Wähler